Avodah Zarah 91

Kapitel 91

א אמר לו ר"ע והלא כבר נאמר (דברים יב, ב) אבד תאבדון אם כן מה ת"ל ואבדתם את שמם מן המקום ההוא לכנות לה שם
1 R. A͑qiba entgegnete ihm: Es heißt ja bereits: <i>vernichten, ganz vernichten</i>!? Vielmehr besagt [der Schriftvers]: <i>vertilgt ihren Namen von jener Stätte</i>, daß man seinen Namen ändere. –
ב יכול לשבח לשבח ס"ד אלא יכול לא לשבח ולא לגנאי ת"ל (דברים ז, כו) שקץ תשקצנו ותעב תתעבנו כי חרם הוא
2 Man könnte glauben beschönigend. – ‘Beschönigend’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, man könnte glauben, weder beschönigend noch beschimpfend, so heißt es: <i>verabscheuen sollst du es und ein Grauen davor empfinden, denn es ist dem Banne verfallen</i>. –
ג הא כיצד היו קורין אותה בית גליא קורין אותה בית כריא עין כל עין קוץ
3 Auf welche Weise? – Hieß er Bethgalja, so nenne man ihn Bethkarja: [hieß er] Königsgesicht, [so nenne man ihn] Hundsgesicht; [hieß er] Aller-Auge, [so nenne man ihn] Dornen-Auge.
ד תני תנא קמיה דרב ששת העכו"ם העובדים את ההרים ואת הגבעות הן מותרין ועובדיהן בסייף ואת הזרעים ואת הירקות הן אסורין ועובדיהן בסייף
4 Ein Jünger rezitierte vor R. Šešeth: Wenn Nichtjuden Berge und Hügel anbeten, so sind sie [zur Nutznießung] erlaubt, und ihre Anbeter sind durch das Schwert zu töten; wenn aber Sämereien und Kräuter, so sind sie verboten und ihre Anbeter sind durch das Schwert zu töten.
ה א"ל דאמר לך מני רבי יוסי בר יהודה היא דאמר אילן שנטעו ולבסוף עבדו אסור
5 Dieser sprach zu ihm: Du weißt dies also von R. Jose b. Jehuda, welcher sagt, ein Baum, der gepflanzt und später angebetet worden ist, sei verboten. –
ו ולוקמה באילן שנטעו מתחלה לכך ורבנן לא ס"ד דקתני דומיא דהר מה הר שלא נטעו מתחלה לכך אף האי נמי שלא נטעו מתחלה לכך
6 Sollte er es doch auf den Fall beziehen, wenn der Baum von vornherein dafür gepflanzt und später angebetet worden ist, nach den Rabbanan!? – Dies ist nicht einleuchtend; er lehrt dies von diesen gleichlautend wie vom Berge; wie ein Berg nicht von vornherein dafür bestimmt worden ist, ebenso handelt es sich auch um [Sämereien], die nicht von vornherein dafür bestimmt worden sind.
ז איתמר אבני הר שנדלדלו בני רבי חייא ורבי יוחנן חד אמר אסורות וחד אמר מותרות מ"ט דמ"ד מותרות כהר מה הר שאין בו תפיסת ידי אדם ומותר אף הני שאין בהן תפיסת ידי אדם ומותרין
7 Es wurde gelehrt: Über den Fall, wenn Steine sich von einem Berge ablösen, [streiten] die Söhne R. Ḥijas und R. Joḥanan; nach der einen Ansicht sind sie verboten und nach der anderen Ansicht sind sie erlaubt. – Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, sie seien erlaubt? – Gleich einem Berge: wie ein Berg nicht durch Menschenhände entstanden ist, und erlaubt ist, ebenso sind auch diese, die nicht durch Menschenhände entstanden sind, erlaubt.
ח מה להר שכן מחובר בהמה תוכיח
8 [Wendet man ein:] wohl ein Berg, weil er am Boden haftet, so beweist ein Vieh [das Entgegengesetzte];
ט מה לבהמה שכן בעלת חיים הר יוכיח
9 [entgegnet man:] wohl ein Vieh, weil es ein lebendes Wesen ist, so beweist ein Berg [das Entgegengesetzte].
י וחזר הדין לא ראי זה כראי זה ולא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שאין בהן תפיסת ידי אדם ומותר אף כל שאין בהן תפיסת ידי אדם ומותר
10 Die Replikation widerholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie nicht durch Menschenhände entstanden sind, und sie sind erlaubt, ebenso ist alles andere, was nicht durch Menschenhände entstanden ist, erlaubt. –
יא מה להצד השוה שבהן שכן לא נשתנו מברייתן
11 Das Gemeinsame bei ihnen ist ja aber auch, daß an ihrer natürlichen Beschaffenheit nichts geändert worden ist!? –
יב אלא אתיא מבהמה בעלת מום ומהר
12 Vielmehr, man folgere dies von einem gebrechenbehafteten Vieh und einem Berge,
יג ואי נמי מבהמה תמה ומאילן יבש
13 oder von einem gebrechenfreien Vieh und einem verdorrten Baume. –
יד ומאן דאסר להכי כתיב שקץ תשקצנו ותעב תתעבנו דאע"ג דאתיא מדינא להיתרא לא תתיא
14 Derjenige aber, nach dem sie verboten sind, sagt, die Tora habe deshalb hervorgehoben: <i>verabscheuen sollst du es und ein Grauen davor empfinden</i>, um anzudeuten, daß man, obgleich man einen Schluß folgern kann, daß sie erlaubt sind, dies dennoch nicht tue.
טו תסתיים דבני ר' חייא דשרו דבעי חזקיה זקף ביצה להשתחוות לה מהו
15 Es ist ein Beweis zu erbringen, daß die Söhne R. Ḥijas es sind, die sie erlauben. Ḥizqija fragte nämlich, wie es denn sei, wenn man ein Ei aufgestellt hat, um es anzubeten,
טז קא סלקא דעתך להשתחוות לה והשתחוה לה וקא מיבעיא ליה האי זקיפתה אי הוי מעשה אי לא הוי מעשה אבל לא זקף לא מיתסרא ש"מ בני ר' חייא דשרו
16 und dies ist wohl zu verstehen, um anzubeten, und es auch angebetet hat; er fragte nur, ob das Hinstellen als Handlung betrachtet werde oder nicht, wenn man es aber nicht hingestellt hat, so ist es nicht verboten. Hieraus ist also zu entnehmen, daß die Söhne R. Ḥijas es sind, die es erlauben. –
יז לא לעולם אימא לך בני רבי חייא דאסרי דהשתחוה לה אע"ג דלא זקפה אסורה והכא במאי עסקינן כגון שזקף ביצה להשתחוות לה ולא השתחוה לה
17 Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, sind es die Söhne R. Ḥijas, die sie verbieten; hat man [das Ei] angebetet, so ist es verboten, auch wenn man es nicht hingestellt hat, nur spricht er von dem Falle, wenn man es hingestellt hat, um es anzubeten, und es nicht angebetet hat. –
יח ולמאן אי למאן דאמר עבודת כוכבים של ישראל אסורה מיד אסורה אי למאן דאמר עד שתיעבד הא לא פלחה
18 Nach wessen Ansicht: wenn nach demjenigen, welcher sagt, der Götze eines Jisraéliten sei sofort verboten, so ist es ja verboten, und wenn nach demjenigen, welcher sagt, erst wenn er angebetet worden ist, so ist es ja nicht angebetet worden!? –
יט לא צריכא כגון שזקף ביצה להשתחוות לה ולא השתחוה לה ובא עובד כוכבים והשתחוה לה
19 In dem Falle, wenn [ein Jisraélit] ein Ei hingestellt hat, um es anzubeten, und es nicht angebetet hat, und darauf ein Nichtjude gekommen ist und es angebetet hat.
כ כי הא דאמר רב יהודה אמר שמואל ישראל שזקף לבינה להשתחוות לה ובא עובד כוכבים והשתחוה לה אסורה וקא מיבעיא ליה לבינה הוא דמינכרא זקיפתה אבל ביצה לא או דלמא לא שנא תיקו:
20 R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls, wenn ein Jisraélit einen Ziegelstein hingestellt hat, um ihn anzubeten, und ihn nicht angebetet hat, und darauf ein Nichtjude gekommen ist und ihn angebetet hat, sei er verboten, und jener fragte, ob dies nur von einem Ziegelsteine gelte, weil bei diesem das Hinstellen kenntlich ist, nicht aber von einem Ei, oder es hierbei keinen Unterschied gebe. – Dies bleibt unentschieden.
כא בעי רמי בר חמא המשתחוה להר אבניו מהו למזבח
21 Rami b. Ḥama fragte: Sind die Steine von einem Berge, der angebetet worden ist, für den Altar tauglich: